Gesetzliche Grundlage

Das Gesetz zur Bekämpfung der Steuerumgehung und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften – Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz wurde am 24.06.2017 im Bundesgesetzblatt verkündet.

Änderungen ab dem 01.01.2018

Steuerklassenkombinationen

Bei Eheschließung wird automatisch die Steuerklassenkombination IV/IV für die Ehepartner vergeben, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
– beide Ehegatten unbeschränkt einkommensteuerpflichtig in Deutschland
– nicht dauernd getrennt lebend
Dies gilt auch dann, wenn einer der beiden Ehepartner keinen Arbeitslohn bezieht.

Die Vergabe der Steuerklassenkombination III/V erfolgt nur auf Antrag beider Ehegatten, auch hier gelten zusätzlich die Voraussetzungen:
– beide Ehegatten unbeschrän

kt einkommensteuerpflichtig in Deutschland
– nicht dauernd getrennt lebend.

Für den Wechsel (zurück) in die Steuerklassenkombination IV/IV reicht der Antrag eines Ehegatten zukünftig aus.

Faktorverfahren

Seit dem ersten Bürokratieentlastungsgesetz aus dem Jahr 2015 gilt eigentlich bereits, dass ein beantragter Faktor in Kombination mit der Steuerklasse IV auf Antrag beider Ehegatten für zwei Jahre Gültigkeit haben kann.
Der tatsächliche Umsetzungstermin sollte noch bekannt gegeben werden. Da es bisher keine gesetzliche Vorgabe des Einsatzes gab, erhielt diese Umsetzung keine hohe Priorität. Die Priorität ist mit diesem Gesetz nun gegeben worden, ab dem Veranlagungszeitraum 2019 wird es die Möglichkeit geben den Faktor für zwei Jahre festzulegen.

permanenter Lohnsteuer-Jahresausgleich

Ab dem Jahr 2018 ist der permanente Lohnsteuer-Jahresausgleich gesetzlich verankert, jedoch sind dafür folgende Voraussetzungen notwendig:
– deren Beschäftigungsverhältnis nicht längerfristig besteht,
– die neben der Neben- einer Hauptbeschäftigung nachgehen,
– deren zeitlich befristete Tätigkeit maximal 24 aufeinander folgende Arbeitstage dauert und
– deren Einkommen aus der Nebentätigkeit nach Steuerklasse VI besteuert wird.

Ein Beispiel kann eine Servicekraft sein, die sich für ein Volksfest bei ihrer Hauptbeschäftigung Urlaub nimmt und mit ihrer Nebentätigkeit innerhalb eines Monats einen hohen Lohn verdient. Ohne den permanenten Lohnsteuer-Jahresausgleich würde die Lohnsteuer so bemessen, als würde sie jeden Monat diesen Lohn verdienen. Ein Ausgleich wäre erst mit der Steuererklärung möglich. Mit dem permanenten Lohnsteuer-Jahresausgleich wird der einmalig erzielte hohe Lohn auf mehrere Monate umgelegt.

Links

Das gesamte Gesetz steht im Bundesanzeiger zur Ansicht zur Verfügung.