Die ersten Monatsabschlüsse des Jahres 2017 in der Entgeltabrechnung sind durchgeführt worden. Einige Arbeitnehmer erhalten mehr Nettoentgelt, andere weniger Nettoentgelt obwohl der Arbeitslohn zum Jahr 2016 unverändert ist.

In diesem Beitrag möchten wir kurz die möglichen Ursachen darlegen.

Ursache 1 – Veränderung von Beitragssätze
Einige gesetzliche Krankenkassen haben zum 01.01.2017 den kassenindividuellen Zusatzbeitrag erhöht. Weiterhin wurde mit dem „Zweiten Pflegestärkungsgesetz“ der Beitragssatz zur Pflegeversicherung um 0,2% erhöht.
Dies führt zu einem geringeren Nettoentgelt als im Jahr 2016.

Ursache 2 – Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenzen
Mit der „Verordnung über maßgebliche Rechengrößen der Sozialversicherung“ wurden die Beitragsbemessungsgrenzen für die Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung erhöht. Dies führt je nach Höhe des Arbeitsentgeltes zu einem geringeren Nettoentgelt als im Jahr 2016.

Ursache 3 – Anhebung des Grundfreibetrages und der Kinderfreibeträge
Kurz vor dem Jahreswechsel wurde in dem „Gesetz zur Umsetzung der Änderungen der EU-Amtshilferichtlinie und von weiteren Maßnahmen gegen Gewinnverkürzungen und -Verlagerungen“ der Grundfreibetrag auf 8.820 € und der Kinderfreibetrag auf 4.716 € (Steuerklasse I – III) bzw. 2.358 € (Steuerklasse IV) angehoben. Dies kann zu einem geringeren Lohnsteuerabzug und somit zu einem höheren Nettoentgelt führen.

Beispiele (vereinfachte Darstellung):
Arbeitsentgelt 1.000,00 €, Steuerklasse III, 1 Kind
Nettoentgelt 2016: 795,75
Nettoentgelt 2017: 794,75

Arbeitsentgelt 2.500,00 €, Steuerklasse III, 1 Kind
Nettoentgelt 2016: 1.889,87
Nettoentgelt 2017: 1.894,87

Arbeitsentgelt 4.000,00 €, Steuerklasse III, 1 Kind
Nettoentgelt 2016: 2.726,51
Nettoentgelt 2017: 2.736,13

Arbeitsentgelt 6.500,00 €, Steuerklasse III, 1 Kind
Nettoentgelt 2016: 4.166,87
Nettoentgelt 2017: 4.163,69